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Wir sind bärenstark im Bundesrat!

Bern hat gleich zwei gute Gründe zum Feiern: Beide neuen Bundesräte kommen aus dem Bärenkanton. Und das ist gut so. Nicht für die Bären, sondern für die Politik. Mit Simonetta Sommaruga (SP) und Johann Schneider-Ammann (FDP) haben sich die National- und Ständeräte für die relative Mitte entschieden, für diejenigen Kandidaten, die eher ein offenes Ohr für Andersdenkende haben, kompromissfähig sind und nötigenfalls über den eigenen Schatten springen können. Mit der Wahl dürfte auch klar sein, dass Bundesrat Schneider neuer Finanzminister wird. Und Bundesrätin Sommaruga wird wohl als Chefin des Departementes für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation das Erbe von Moritz Leuenberger antreten – ausser es käme zu einer Rochade mit dem Volkswirtschaftsdepartement von Doris Leuthard.

PS: Den Doppelnamen Schneider-Ammann darf der neue Bundesrat nun getrost fallenlassen. Dass er seinem eigenen Namen denjenigen seiner Frau (und des Unternehmens) beigestellt hat, war vor allem ein „Werbespruch“ für die Firma, wie er selber öfters sagte. Nun wird er sich finanziell und operativ vom Familienunternehmen trennen müssen.

Aus dem Schneider…

…wird wohl ein Bundesrat. Die Zeichen stehen jedenfalls gut: Johann Schneider, geboren am 18. Februar 1952 in Sumiswald (BE), dürfte die Wahl in den Bundesrat schaffen. Den Zweitnamen Ammann könnte der Maschinenindustrielle dann theoretisch fallen lassen: Er trägt ihn als Markenzeichen, seit er in die Langenthaler Unternehmerfamilie Ammann eingeheiratet und in der Ammann-Gruppe die Führung übernommen hat.

So oder so: Schneider wird sich problemlos ins Regierungsgremium einfügen, wenn er denn in seinem Unternehmen loslassen kann. Er pflegt seit langem gute Beziehungen zum Wirtschaftsverband Economiesuisse, wo er im Vorstandsausschuss sitzt, und auch zum Bundesrat. Insbesondere mit Wirtschaftsministerin Doris Leuthard versteht er sich gut. Für ihre Freihandelspolitik fand er immer wieder lobende Worte. Auf diversen Missionen im Ausland – etwa in Indien (Bild) – harmonierten die beiden ausgezeichnet. Und einige Parteifreunde sehen Johann Schneider bereits als künftigen Wirtschaftsminister.