Ich und… die Kokser von Shanghai

China. China! Wer in der Business-Metropole Shanghai landet, staunt und staunt und staunt. Grösser könnte der Kontrast zur mausarmen Landbevölkerung gar nicht sein.  Ein Beispiel: Zwischen dem Flughafen und dem Stadtzentrum beschleunigt die Transrapid-Schnellbahn auf über 400 km/h. Dann allerdings gehts mit dem Bus wegen ungeheuerlichem Stau im Schneckentempo weiter.

Superreiche Geschäftsleute aus Peking sind hierher gezogen, um neue Firmen oder zumindest neue Niederlassungen ihrer bestehenden Firmen zu eröffnen. Denn in Shanghai ist das grosse Geld, hier spielt die Musik. Das sieht man nirgendwo deutlicher als in einem der schicken Nachtklubs. Draussen stehen BMW- und Mercedes-Cabrios, und drinnen dröhnen sich junge chinesische Dollar-Millionäre mit Alkohol und Drogen zu. Es sind die Kinder der Unternehmer aus Peking. Wir spielen Pool-Billard nach amerikanischem Muster, und der Hiphop-Sound ist so laut, dass ich gar nicht erst versuche, auf Konversation zu machen.

Auf der Schiefertafel steht mein Name. Ich bin als nächster dran. Früher waren es die Opiumhöhlen, die Shanghai berühmt-berüchtigt gemacht hatten. Jetzt wird hier Koks herumgereicht wie auf dem Land das Bier. Ich fühle mich wie in irgendeinem Schicki-Micki-Klub in Zürich, in St. Julians auf Malta oder in Los Angeles. Aber ich bin in China, in einem der ärmsten Länder der Welt. Das wird mir schlagartig klar, als ich ins Taxi steige, um zum Hotel zurückzukommen. Der Taxifahrer kann den Namen des Hotels weder lesen noch verstehen. Es bleibt mir nichts anderes übrig, als mit meinem Handy ins Hotel anzurufen und jemanden von der Reception zu bitten, den Taxifahrer zu instruieren. China! China.

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